TISSUE – Verdichtete Zeit
Ausstellung
Landshut , 29.04.2016 - 26.05.2016
Rose Stach , Diane Meyer, Alexandra Hendrikoff, Monika Linhard, Stefan Wischnewski u.a.

Rose Stach, Bombenteppich "Listen to the Howling" (Detail), 2015, Wolle, Acryl, 120x80 cm, © Rose Stach

Große Rathausgalerie Landshut
Altstadt 315, 84028 Landshut
Di.–Fr., So. 14–18 Uhr, Sa. 11–18 Uhr
Eintritt: Eintritt frei

Eröffnung
Donnerstag, 28.4.2016, 19–21 Uhr

Veranstalter
Stadt Landshut
Neue Galerie Landshut
http://www.ngla.de/

Kontakt
Sachgebiet für kulturelle Angelegenheiten
Uta Spies
Altstadt 315, 84028 Landshut
0871/88 16 16
uta.spies@landshut.de
http://www.landshut.de

http://www.landshut.de/portal/kultur/aktuelle-kulturnachrichten/projekt-gewebe.html
Kulturelle Erzeugnisse, die wir in der Regel eher mit häuslichen, das heißt, mit weiblichen Techniken konnotieren, sind auf Grund des verwendeten Materials viel stärker der Vergänglichkeit ausgesetzt, als etwa Bauwerke, Skulpturen, aber auch Waffen, Keramik und Schmuck. Dabei spielen sie im Zeitraum ihrer Entstehung eine weitaus unmittelbarere, oft auch intimere Rolle, sowohl für diejenigen, die sie herstellen, als auch für diejenigen, denen sie zugedacht sind. Diese Ausstellung unternimmt den Versuch, die Techniken des Strickens und Häkelns, des Webens und Flechtens, des Stickens und Nähens vom Geruch des Praktischen und eher Kunsthandwerklichen zu befreien und andere Sichtweisen anzubieten. Sie versammelt dazu Künstlerinnen und Künstler, die mit diesen Techniken arbeiten und sie dabei zugleich „gegen den Strich bürsten“: Sie verwenden ungewöhnliches Material, wie Kabel, Glas oder Gummi, übersetzen die „Schrift“ dieser Techniken in Malerei und ihre Produkte in illusionistische trompes-l’œil. Sie lösen sie aus ihren erwartbar weiblichen Zusammenhängen und verwenden sie in typisch männlichen Kontexten wie Fußball, Sakralbau oder Krieg. Überhaupt stellen sie ihre intendierte Funktion in Frage, entlassen sie aus ihrer zweckgebundenen und dienenden Rolle und legen ihre metaphorischen, poetischen und subversiven Potentiale frei. Dass sie dabei in fremde Erwartungs-Zonen und besetzte Bedeutungs-Areale eindringen, ist unvermeidlich. Dennoch oder gerade dabei bleibt immer ein wesentlicher Aspekt all dieser Techniken unmittelbar erhalten: In ihren Geweben verketten sich die Fäden der gewidmeten Zeit, in ihren Maschen und Ösen verfangen sich Hinwendung und Hingabe, in ihren Knoten und Schlingen sammeln sich die Hoffnungen und Ängste, die Wünsche und Enttäuschungen von Weber/in und Empfänger/in. Im Gewebe sind so immer auch das Ich und das Du eingewoben.